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rückblick: eiszueis - Lebensgeschichten: Valentin Stettler

17. oktober / 19.00 bis ca. 20.30

Erfolgreich mit dem Kopf durch die Wand

Valentin Stettler durchbricht alle Konventionen des Unternehmertums. Witz, Ehrgeiz, Kreativität und eine grosse Portion Leidenschaft des „Stedy“-Geschäftsführers sprühen am Abend im Veranstaltungsraum „eiszueis“ auf die Zuhörer über.

„Wo sind wir zeitmässig?“  -  Eine Frage, die sich an diesem Abend mehr als einmal stellt. Mit flatternden Händen und wackelnden Füssen erzählt Valentin Stettler eine Lebensgeschichte, die ihrem Namen alle Ehre macht. Dabei ist er kaum zu stoppen.

Am 4. August 1975 geboren, wächst der heutige Geschäftsführer der Gewürzmanufaktur Stedy in eine richtige „Schafferfamilie“ hinein. Bereits im Alter von zwölf Jahren organisiert er eigene Parties, sein grösster Berufswunsch: Als DJ am Mischpult zu stehen. „Ich habe in meinem Leben so viele Turnhallenböden geputzt, wie wohl niemand hier drin“, sagt Stettler mit seinem Thurgauer Dialekt. In den Sitzreihen ist es still, während er von seiner kaum fassbaren beruflichen Laufbahn berichtet. Über den Verkauf von Elektrogeräten, der Arbeit als Call-Center-Agent  und seiner Disco-Karriere nebenbei, gelangt der Sohn von Peter Stettler, Gründer der „Stedy“-Gewürzmanufaktur,  dann zu seiner heutigen Position. Seit 16 Jahren leitet er nun die Firma, sein Ideenfluss scheint dabei nie einzureissen.

„Lieber stosse ich mir einmal den Kopf an, anstatt den Anspruch zu haben, alles perfekt zu machen“, sagt Stettler. „Hinstehen – Durchziehen – Machen“, lautet deshalb sein Motto, das ihn schon in zahlreiche Kuriositäten verwickelt hat. Mit glänzenden Augen erzählt er von hunderten Gewürzpaletten, welche er bei seinen „Busenfreunden“ in Kellern versteckt hat, weil der Lagerplatz für seine innovativen Ideen zu klein bemessen war. Mit Englisch- und Italienischkenntnissen, welche gerade so zum Mitsingen und Pizza-Bestellen gereicht hätten, arbeitet sich Stettler hinauf in die führende Computer-Technologie. ­– Bricht die Arbeit dann aber ab, weil er Geld verdient, ohne zu wissen warum. Eine Entscheidung, welche den jungen, bodenständigen Unternehmer mehr als passend beschreibt.

Auch zukünftig hat Stettler Grosses vor: „In fünf Jahren arbeite ich weltweit, wo ich möchte, während meine Firma autonom weiterlaufen kann“, ist er überzeugt. Er sehe sich bereits in einer amerikanischen Talk-Show sitzen und das „Härdöpfelgwürz“ vorstellen, sagt er, den Blick ins Weite gerichtet. Nun bleibt aber abzuwarten im anschliessenden Austausch und ein weiteres Zeugnis seines Ideenreichtums zu geniessen: Die Stedy-Chips mit Härdöpfelgwürz, welche ganz unkonventionell, in silbern-schillernden Verpackungen daherkommen.

 25.10.2018, Marielle Heeb

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