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rückblick: eiszueis - Lebensgeschichten: Philipp Portmann

12. september / 19.00 bis ca. 20.30

Wo Sporthändler zu Philosophen werden

Im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „eiszueis Lebensgeschichten“ lernt man Weinfelder Persönlichkeiten von einer ganz anderen Seite kennen. Fragen sind Ausgangspunkt öffentlich-persönlicher Gespräche. Das erste Mal mit Philipp Portmann, Geschäftsführer Intersport Gisin AG.  

Sobald man durch die offene Fensterfront das eiszueis betritt, merkt man, mit welcher Sorgfalt an diesem Ort Kontakte gepflegt werden. Inmitten von erdfarbenen Gips-Mustern des Kradolfer Gipserhandwerks und Weingläsern gleicht die Stimmung einem gemütlichen Abend im Wohnzimmer. Ein prominenter Weinfelder übernimmt die Unterhaltung und antwortet auf Fragen. Ganz entspannt im Sessel zurückgelehnt sitzt Philipp Portmann auf dem leicht erhöhten Podium und ist somit Zentrum des regen Gesprächs.

Anlässlich der Veranstaltungsreihe „eiszueis Lebensgeschichten“ laden Carla Aubry und Christoph Lanter Weinfelder Persönlichkeiten zum Philosophieren und Austauschen ein. Bereits nach einigen Wortwechseln in der überschaubaren Runde wird klar: Hinter dem erfahrenen Wanderschuh-Verkäufer steckt mehr als nur Sport- und Unternehmergeist. Anekdoten aus dem Alltag eines Geschäftsführers und Gemeinde-Parlamentariers, Familienvaters und seiner grössten Leidenschaft – dem Sport – wechseln sich im Minutentakt ab. Eins wird im Gespräch klar: Stehen-Bleiben kommt für ihn nicht in Frage. Konfrontiert mit einem schwieriger werdenden Umfeld im Detailhandel sind Ideen gefragt und Herausforderungen stehen an. „Ich werde nicht bis 60 Sporthändler bleiben“, ist sich Portmann sicher. Was auch immer es sein wird: „Hauptsache ich bin mit Menschen und Emotionen in Kontakt“, sagt er lachend.
In Weinfelden bringt Portmann einiges in Bewegung, sei es nun politisch, bei der Konzipierung und Umsetzung des „wyfelder fritigs“ oder im Vorstand des Gewerbevereins Weinfelden. Seine Idee einer Markthalle mit flexiblen Verkaufsflächen findet Anklang und auch sein Geheimrezept mag zu überzeugen: „Bin ich im Detailhandel, so frage ich: Was will der Kunde? – Bin ich aber im Parlament, so lautet die Frage: Was will Weinfelden?“

Im Laufe des Abends stellt sich wohl bei einigen Zuhörern die Frage: Gibt es überhaupt etwas, was der unscheinbare Geschäftsführer nicht kann? Portmann kann da beruhigen. Die Musikalität sei in seiner Jugend an ihm vorbeigezogen, ausserdem verrät der Familienvater seine zweite Schwäche: „Ich habe keine Ahnung von Wäschewaschen.“

17.9.18 Marielle Heeb

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